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Vorbereitung auf die Besichtigungen

Keiner kennt die Immobilie so gut wie Sie. Dennoch sollten Sie sich auf die Besichtigung nicht nur in Bezug auf die Präsentation aller Räumlichkeiten, der Außenansicht und des Gartens, sondern auch auf Fragen der potenziellen Käufer in Bezug auf den Wohn- und Lagewert, wie auch der technischen Ausstattung der Immobilie, vorbereiten.

Terminvereinbarung

Jeder Interessent der sich bei Ihnen meldet könnte der zukünftige Käufer Ihrer Immobilie sein. Ermöglichen Sie es Ihm zur Zeit seiner Wahl die Immobilie zu besichtigen. Und vor allem, lassen Sie möglichst keine Termine platzen. Selbstverständlich kann immer etwas dazwischen kommen, es sollte aber für den potenziellen Käufer der Situation angemessen nachvollziehbar sein. Leider hat sich in unser Branche oft bewahrheitet: Aufgeschoben ist aufgehoben. Natürlich ist ein ernsthafter Interessent auch bereit zu warten, aber wir können nicht ausschließen, dass er zwischenzeitlich von dritter Seite an noch attraktiveres Angebot erhält.

Außenseite der Immobilie

Der erste Eindruck den der Interessent von Ihrer Immobilie erhält ist entscheidend für die Stimmung mit der er Ihre Immobilie betrachtet. Aus diesem Grund ist eine attraktive Außenansicht und der Garten, insbesondere im Eingangsbereich, so wichtig.

Widmen Sie ihr Ihre erste Aufmerksamkeit. Ist die Fassade sauber und sind die Dachrinnen frei. Ist das Unkraut in den Beeten gejätet und ist der Rasen gemäht. Aber auch das Namensschild an einer funktionierenden Klingel darf nicht vergessen werden.

Einen besonders schlechten Eindruck machen sichtbare überfüllte Mülltonne oder gar Plastiktüten mit Müll neben den Tonnen. Störend sind auch bei kinderlieben Besuchern, Dreiräder oder sonstige Spielsachen die im Zugang vergessen worden sind.

Ein paar frische gepflanzte Blumen im Eingangsbereich lassen jedoch auf positive Menschen mit einer attraktiven Immobilie schließen.

Sauber

Erneut zählt der erste Eindruck. Befreien Sie die Immobilie von Staub, hängen Sie z.B. einen neuen frischen Duschvorhang auf und entfernen Sie Spinnenweben.

Aufgeräumt

Aufgeräumte, nicht überfüllte Zimmer wirken geräumiger. Verhindern Sie, dass der Eindruck entsteht, es wäre zu wenig Abstellplatz vorhanden. Stellen Sie Zubehör, z.B. in der Küche vorübergehend weg, entfernen Sie leere Kisten und räumen Sie Fensterbänke ab. Schließen Sie alle Schranktüren und versichern Sie sich, dass nichts auf dem Boden liegt worüber die Besucher stolpern könnten.

Geräusche

Während der Besichtigung sollte es so ruhig wie möglich in Ihrer Immobilie sein. Schalten Sie das Radio oder den Fernseher aus, sorgen Sie dafür, dass Mitbewohner nicht zu Hause sind. Begrenzen Sie Telefongespräche und bitten Sie Ihre Kinder, leise zu spielen.

Licht

Licht ist einer der wichtigsten Faktoren, um eine positive Atmosphäre entstehen zu lassen. Sowohl tagsüber als auch abends ist ein optimaler Lichteinfall wichtig. Ziehen Sie Jalousien hoch und machen Sie abends in allen Zimmern das Licht an. Vergessen Sie nicht Ihren Garten oder den Balkon zu beleuchten.

Temperatur

Zu warme oder zu kalte Zimmer haben einen negativen Effekt auf Besichtigungen. Sorgen Sie immer für eine angenehme Raumtemperatur. Machen Sie im Winter die Heizung und im Sommer die Klimaanlage oder den Ventilator an.

Gerüche

Durch Gerüche werden Interessenten unbewusst beeinflusst. Lüften Sie Ihr Objekt vor jeder Besichtigung durch und sorgen Sie dafür, dass Badezimmer und Toiletten frisch duften.

Haustiere

Haustiere können Schmutz, Haare und Gerüche mit sich bringen. Auch dies sind Faktoren die einen negativen Einfluss auf die Besichtigung Ihrer Immobilie haben können - besonders bei Interessenten, die selbst keine Haustiere haben. Säubern Sie Ihre Immobilie deshalb besonders gründlich, wenn Tiere vorhanden sind.

Nehmen Sie sich Zeit

Wenn Sie sich dem Interessenten freundlich und höflich nähern und ihm alle Zeit geben, die er braucht, fühlt er sich in Ihrer Immobilie wohl. Das wird seinen ersten Eindruck positiv beeinflussen. Bieten Sie eine Tasse Kaffee an, schauen Sie zwischendurch nicht auf die Uhr und beantworten Sie freundlich alle Fragen. Viele Interessenten versuchen während der Besichtigung durch so genannte Schockaussagen zum Preis/Leistungsverhältnis ihre Verhandlungsposition zu stärken. Bewerten Sie solche Aussagen jedoch nicht über und lassen Sie sich auf keinen Fall zu negativen Äußerungen hinreißen.

Sie haben eine andere Immobilie gekauft?

Wenn Sie gerade umziehen oder schon umgezogen sind, sorgen Sie dafür, dass man das Ihrer Immobilie nicht ansieht. Erstens könnte man denken, dass Sie es eilig haben Ihre Immobilie zu verkaufen und zweitens können sich Interessenten vielleicht weniger vorstellen wie die Zimmer am besten genutzt werden können. Stellen Sie Umzugskartons außer Sichtweite, lassen Sie Gardinen und Sichtblenden hängen und am besten einige Möbel stehen.

Fragenliste für Besichtigungen

Bei Besichtigungen werden immer viele Fragen gestellt. Bereiten Sie sich gut darauf vor. Ein überzeugender Eindruck ist wichtig: Was Sie verkaufen, ist gut!
Wir haben für Sie eine Liste der meist gestellten Fragen während einer Besichtigung zusammengestellt. Hierbei wollen wir Ihnen auch im Rahmen Ihrer Informationspflicht und diverser juristischer und umwelttechnischer Aspekte helfen.

Allgemeine Fragen:

  •  Was ist der Grund für den Verkauf?
  •  Wie lange wohnen Sie hier schon?
  • In was für einer Nachbarschaft wohnen Sie? (kinderreich, Ältere/Jüngere etc.)
  • Gibt es Schulen, Läden etc. in der Nachbarschaft?
  • Wie weit ist es zum Zentrum? (Fußweg, mit dem Fahrrad oder Auto? )
  • Gibt es ausreichend Parkmöglichkeiten in der Nachbarschaft?
  • Braucht man eine Parkgenehmigung? (Wie hoch sind die Kosten bzw. wo erhält man diese?)

Bauliche Fragen:

Bewerber sind immer sehr an Jahreszahlen interessiert. Deswegen ist es praktisch, wenn Sie die folgenden Angaben noch einmal nachschlagen:

  •  Wann wurde die Immobilie gebaut?
  • Gibt es Zentralheizung, Gasöfen, Holzheizung oder Fernwärme?
  • Wenn es Zentralheizung gibt, was ist die Marke des Kessels? Kombikessel/Heizluftheizung?
  • Wie alt ist der Heizkessel (die Zentralheizung)?
  • Wie ist der Zustand der Heizung? Wie alt ist der Heizkessel? In welchen Abständen muss dieser gewartet werden? Sind Sie an eine Wartungsfirma gebunden? Wie hoch sind die Kosten hierfür?
  • Um welche Brennstoffart handelt es sich?
  • Gab es Umbauten/Anbauten und wann wurde um-/angebaut?
  • Wurden Fensterrahmen ersetzt, und wenn ja, welche und wann?
  • Wie ist der Zustand der Fenster? Was für Fenster sind eingebaut? Aus welchem Material sind die Fenster? Wie alt sind die Fenster?
  • Wurde das Badezimmer, die Küche, die Toilette ausgetauscht, und wenn ja, wann?
  • Wie alt ist die Dachbedeckung von Flach- und Schrägdächern?
  • Wann wurden die Regenrinnen erneuert?
  • Ist das Objekt isoliert? Wenn ja, was ist isoliert? Die Wände/das Dach/die Böden? Wenn ja, welche und womit?
  • Gibt oder gab es undichte Stellen?
  • Gibt es feuchte Wände oder evtl. Schimmelbildung? Ursache hierfür?
  • Was für Außenwände hat das Objekt? Hohlraumwände/Halbsteinwände/ Steinwände/Rigipswände/Wände aus Kunststoff?
  • Wände zum Nachbarhaus? Hohlraumwände/Beton? Isoliert? Lärmisolierung?
  • Wie ist die Warmwasserversorgung? Über den Heizkessel/ Durchlauferhitzer/ Boiler?
  • Wie ist Zustand der Elektroanlage? Wie alt ist die Anlage? Wurde die Anlage mal saniert? Wenn ja, wann?
  • Sind Sie an die Kanalisation angeschlossen oder benutzen Sie noch einen Sickergrube?
  • Wie oft muss diese geleert werden? In welchem Zustand ist diese? Wie hoch sind die Kosten für die Leerung? Ist eine Erschließung (Anschluss an die Kanalisation) vorgesehen? Wie hoch sind die Kosten hierfür?
  • Wie alt sind die Abwasserrohre? Aus welchem Material sind die Rohre? Werden in nächster Zeit Bauarbeiten an der Kanalisation notwendig?
  • Sind die Beschläge, sowie Schlösser, Scharniere, Tür- und Fenstergriffe in Ordnung?
  • Wie ist Zustand der Böden? Um welche Bodenart handelt es sich? Wie alt sind diese? Sind welche sanierungsbedürftig?
  • Wie ist der Zustand vom Dach? Wie alt ist das Dach? Gab es Ausbesserungsarbeiten? Wenn ja, in welcher Art und wann?
  • Wie alt sind die Armaturen? Gibt es Defekte?
  • Wie ist der Zustand der Wasserleitungen? Aus welchem Material sind sie? Wie alt sind sie?
  • Wie alt ist die Außenfassade? In welchem Zustand ist sie?
  • Sind die Fugen in Ordnung?
  • Sind Bodenabsenkungen bekannt?
  • In welchem Zustand ist der Fliesenspiegel? Gibt es lose Fliesen? Wie alt sind die Fliesen?
  • Wie alt ist die Regenrinne? Wurden sie erneuert? Wann wurde sie erneuert?
  • Welche Marke hat die Küche?
  • Welche Marke haben die Küchengeräte?
  • Welche Marke haben die Sanitäranlagen?

Umweltfragen:

  • Wie ist der Zustand des Bodens?
  • Gibt es Bodenverunreinigungen?
  • Gibt es einen Öl- und/oder Sickerschacht?
  • Gibt es eine Sickergrube oder ist die Immobilie an die Kanalisation angeschlossen?

Wenn Sie Zweifel haben, nehmen Sie einfach Kontakt mit der Gemeinde auf. Sie kann Ihnen sagen, ob ein Verunreinigungsrisiko besteht.

Rechtliche Hintergründe:

  • Gibt es ein Wegerecht? (z.B. ein Hinterpfad für Nachbarn, der über Ihr Gelände zur Strasse läuft?)
  • Gibt es einen Teil eines Anbaus, der auf dem Gelände der Nachbarn gebaut wurde?

Änderungen von Bebauungspläne/Baupläne:

  • Hat sich eine Verkehrssituation geändert?
  • Stehen Bebauungen in der Umgebung an?
  • Planen Nachbarn Umbauten oder Anbauen?

Gemeindeverpflichtungen:

Auferlegte Verpflichtungen einer Gemeinde und eine Antispekulationsklausel müssen berücksichtigt werden.

Informationspflicht:

Neben allen Vorteilen Ihrer Immobilie müssen Sie auch über bestehende Mängel und oder Bauschäden sprechen. Sie haben eine so genannte Informationspflicht. Schäden, die nicht direkt sichtbar sind, aber von denen Sie wissen, müssen dem potentiellen Käufer mitgeteilt werden. Vergessen Sie diese so genannten „versteckten Schäden" zu melden, kann der Käufer Sie dafür haftbar machen. Darum raten wir Ihnen, das Objekt zusätzlich baulich prüfen zu lassen.

 

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